Kulturkreis Haunstetten e.V.

Archive

Der Kulturkreis öffnet sein Foto-Archiv

Der Kulturkreis Haunstetten besitzt ein reichhaltiges Fotoarchiv. Heute möchten wir Ihnen einige Fotografien vorstellen.
Haben Sie Anmerkungen, Erinnerungen, Bilder zu den einzelnen Themen? Wir freuen uns auf Ihre Resonanz!

1.Gedenkstein für den 1934 abgestürzten Piloten Wolf Freiherr von Dungern BILD 1

Am 27. Juli 1934 stürzte Wolf v. Dungern (geboren 1900 in Potsdam), der Referent des Deutschen Luftsportverbandes im Reichsluftfahrtministerium, mit seinem Flugzeug Bf 108 in der Nähe des Werkes Haunstetten in Sichtweite des Werksflughafens ab. Dungern war für die Bayerischen Flugzeugwerke AG (im Juli 1938 umbenannt in Messerschmitt AG) auf dem Rückflug von Rechlin, der Erprobungsstelle für Luftfahrzeuge im Deutschen Reich. Das Flugzeug geriet beim Langsamflug in eine unkontrollierbare Fluglage und zerschellte am Boden.
Die Bf 108 wird meist als Me 108 oder Taifun bezeichnet. Die ersten Exemplare fanden Verwendung als luxuriöse private Sport-, Reise- und Geschäftsflugzeuge. Einer weiten Verbreitung standen jedoch die komplizierte Technik und der Preis im Weg. Der Verkaufserfolg stellte sich erst ein, als die Luftwaffe 1936 ein Großauftrag erteilte, weil sie die Taifun zu ihrem neuen Verbindungsflugzeug wählte.

2. "Die Kolonie" der Haunstetter Spinnerei und Weberei BILD 2

Die 1856 gegründete Haunstetter Weberei, zu der 1889/90 eine Spinnerei kam, brauchte immer mehr Arbeitskräfte von auswärts, viele kamen aus Sachsen und Oberfranken (meist Protestanten).
Für diese schuf das Unternehmen kostengünstigen, nahe der Fabrik gelegenen Wohnraum an der heutigen Haunstetter-, Textil-, Marconi- und Ellensindstraße. 1891 entstanden die ersten zwei Wohnhäuser, später waren es auf ca. sieben Hektar drei Reihen von Mehrfamilienhäusern. Dazu kamen u.a. ein öffentlicher Brunnen, ein Waschhaus, ein Gemischtwarengeschäft. 1934 wurden sogar Kleingartenparzellen angelegt.
Ab 1935 gehörte die Spinnerei und Weberei als "Haunstetten - Textil GmbH" mit zur Christian Dierig AG, Langenbielau (Schlesien). Nach dem 2.Weltkrieg verlegte Dierig seinen Firmensitz nach Augsburg. 1976 wurde in der beginnenden Textilkrise die Kolonie geräumt, 1978 abgerissen. Sofort wurde mit der Bebauung der Fläche begonnen. Das Haunstetter Werk schloss die Dierig AG 1982 und verkaufte später das Areal an die Stadt Augsburg.


3. Kath. Lehrlingsheim St.Ludwig BILD3

1928 ging der langersehnte Wunsch der Haunstetter kath. Jugend in Erfüllung: Der Personenverkehr mit der Lokalbahn wurde zum 01.01.1928 eingestellt und die Wartehalle an der Haltestelle "Haunstetten-Ort" überflüssig. Diese wurde für 700 Mark erworben, an die Angerstraße verlegt und für den neuen Zweck hergerichtet. Am 10.11. 28 wurde das Jugendheim mit einem Festakt eingeweiht. Auch das Theaterspielen fand dort eine Heimat, u.a wurde 1930 das Stück "Paradies und Brudermord" aufgeführt. 1935 pachtete die Gemeinde Haunstetten das Heim für die HJ (Hitlerjugend). Während der Bombenangriffe wurde es im 2.WK zerstört. In den 50er Jahren wurde es von der kath .Jugend in Eigenregie wieder aufgebaut. Die Pfarrei St.Georg verkaufte das Grundstück in den 70er Jahren; auf ihm stehen heute Reihenhäuser. Bis zur Fertigstellung des Pfarrzentrum fand die Jugend im Zerlehof und dann im Alten Forsthaus Unterschlupf“.

4. "Altes Forsthaus", das ehemaliges Gräfliche Forsthaus BILD 4

1. Das stattliche Haus in der südlichen Schulstraße (jetzt Dudenstraße) stand neben der alten, 1885 gebauten und 1978 abgerissenen Schule, und wurde wie sie wegen des Baus des neuen Pfarrzentrums von St.Georg erworben und 1986 abgerissen. Eine der alten Linden steht noch heute beim nördlichen Beginn des damaligen Apothekergäßchen. Marie Gräfin Tattenbach (1867 bis 1947) hatte von ihrem Vater, dem Unternehmer Kommerzienrat Georg Käß (1823-1903) große Waldungen von ca. 950 ha in Haunstetten geerbt. Käß hatte sie 1883 vom Bay. Staat gekauft. Im Jahre 1917 veräußerte Gräfin Tattenbach den Wald, da der Stadt Augsburg der Preis zu hoch war, an Kommerzienrat Johann Pfeffer, Inhaber einer großen Leimfabrik in Memmingen. 1924 konnte die Stadt Augsburg den Wald von Pfeffer erwerben.
Das Gebäude beherbergte bis zu seinem Abriss Mieter der städt.Forstverwaltung . Der Blick auf dem Foto fällt von Süden auf die Gartenseite.

5. Grundsteinlegung der Kirche St.Albert 1953 BILD 5

Im Juli 1938 hatte Bischof Dr.Josef Kumpfmüller den nördlichen Teil Haunstettens als Expositur St.Albert aus der St.Georg ausgegliedert, denn wegen des starken Zuzugs von Arbeitern, z.B. der Messerschmitt AG siedelten sich dort immer mehr Menschen an. Bereits 1937 wurde auf dem Platz des jetzigen Durchgangs vom Pfarrheimes zur Kirche eine Notkirche errichtet. Durch einen Bombenangriff 1944 wurde sie schwer getroffen.
Erst am 24.07.1953 konnte der Grundstein für die Pfarrkirche nach Plänen von Anton Wenzel, einem neben Sebastian Buchegger, Wilhelm Wichtendahl u.a. wichtigsten in Schwaben tätigen Architekten von Bischof Josef Freundorfer gelegt werden. Anwesend waren u.a. Bürgermeister Widmeier und Vertreter des Haunstetter Stadtrates. In der Nähe des Ambo mauerte er den Grundstein mit einer Urkunde ein. Am 05.Dezember 1954 weihte Bischof Freundorfer die Kirche ein. Seelsorger war seit 1937 Siegmund Berger (1903 - 1966).